Perspektiven schaffen!

Es gibt noch freie Plätze für die Haupt - und Realschullehrgänge in Maschen. Susanna Holtkamp beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die Schulabschluss-Lehrgänge im Überblick

Abschlüsse: Haupt- oder Realschulabschluss (staatlich anerkannt)

Beginn: 23. Juni 2021 (während der dreimonatigen Probezeit ist ein späterer Einstieg möglich)

Zeugnisübergabe: 22. Juni 2022

Ferienzeiten: sechs Wochen (Sommer, Herbst, Weihnachten, Ostern)

Unterrichtszeiten: täglich 09:00 bis 14:00 Uhr

Lehrgangsorte: Maschen (Schulkamp 11a)

Kosten: 155,00 Euro monatlich (inkl. Gebühr für Lernmittel),
80,00 Euro monatlich (inkl. Gebühr für Lernmittel) bei Bezug von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Asylbewerberleistungsgesetz

Info und Anmeldung: Susanna Holtkamp, Fachbereichsleiterin Alphabetisierung, Grundbildung und Schulabschlüsse an der Kreisvolkshochschule im Landkreis Harburg, Telefon 04105-599 40 15 oder 0175-49 25 339, s.holtkamp@LKHarburg.de

 

Internview mit Susanna Holtkamp

Ohne einen Haupt- oder Realschulabschluss rücken viele berufliche Ziele in weite Ferne. Keine neue Tatsache, die jedoch durch die Corona-Pandemie noch mehr Gewicht bekommt: Die aktuelle Krise trifft Menschen mit geringer Qualifikation besonders hart. Wer jedoch seinen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachholen will, dem bietet die Kreisvolkshochschule (KVHS) Landkreis Harburg eine neue Chance. Fachbereichsleiterin Susanna Holtkamp stellt im Interview mit Katja Bendig (Pressestelle, Landkreis Harburg) dieses spezielle Bildungsangebot der KVHS vor.

Bendig: Welche Schulabschlüsse kann man an der KVHS nachholen, sind sie staatlich anerkannt?
Holtkamp: Unsere einjährigen Lehrgänge bereiten auf die staatlichen Haupt- oder Realschulprüfungen vor. Diese sogenannten Externenprüfungen führen wir in Zusammenarbeit mit den regionalen Landesämtern für Schule und Bildung durch. Die Abschlüsse sind staatlich anerkannt und entsprechen den Prüfungen der Regelschulen. In den kompakten Lehrgängen lernen alle gemeinsam, aber auf verschiedenen Niveaus: Am Ende legen die einen die Hauptschulprüfung und die anderen die Realschulprüfung ab.

Bendig: Welche formalen Voraussetzungen muss man erfüllen, um teilnehmen zu können?
Holtkamp: Die Schulpflicht muss erfüllt sein. Um die Realschulprüfung ablegen zu können, ist in der Regel ein Hauptschulabschluss Voraussetzung.

Bendig: Was muss man darüber hinaus mitbringen, um den angestrebten Abschluss erlangen zu können?
Holtkamp: Eigeninitiative, Spaß am Lernen in der Gruppe und die Bereitschaft, regelmäßig anwesend zu sein, sind sicherlich die wichtigsten Voraussetzungen. Man muss sich klar dafür entscheiden, den Lehrgang als Haupttätigkeit zu betrachten und ein Jahr zu investieren. Die Erfahrung zeigt, dass Teilnehmer, die von vornherein nur mit halber Kraft dabei sind, große Schwierigkeiten haben durchzuhalten oder die Abschlussprüfung zu bestehen.

Bendig: Die Zahl der Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen, ist im Landkreis Harburg in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Dennoch sind die Schulabschluss-Lehrgänge der KVHS gut besucht. Woher kommen die Teilnehmer?
Holtkamp: Unser Angebot, in nur einem Jahr den Schulabschluss nachzuholen ist in dieser Form im Landkreis Harburg und in Hamburg einzigartig. Daher kommen unsere Teilnehmer/innen sowohl aus dem gesamten Landkreis als auch aus Hamburg und sogar aus Lüneburg. Wir bieten die Lehrgänge an den KVHS-Standorten Maschen und Buchholz an.

Bendig: Wie sind die Lerngruppen zusammengesetzt, wie groß sind sie?
Holtkamp: Aufgrund der Corona-Pandemie achten wir aktuell auf ausreichenden Sicherheitsabstand. Daher können wir maximal zwölf Teilnehmer pro Lehrgang aufnehmen. Unsere Lerngruppen bestehen in der Hauptsache aus jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Jahren. Viele kommen zu uns, nachdem sie ihre Schulpflicht erfüllt haben, darunter auch einige, die in ihrer bisherigen Schullaufbahn Mobbing oder soziale Ausgrenzung erlebt haben. Aber auch über 30- und über 40-Jährige sind dabei, die zum Beispiel vor Jahren einen schlechten Hauptschulabschluss gemacht haben und sich nun beruflich neu orientieren wollen und dafür einen Realschulabschluss benötigen. Unsere Lerngruppen sind heterogen zusammengesetzt, was jedoch aufgrund der geringen Gruppengröße kein Problem, sondern eher eine Bereicherung darstellt.

Bendig: Inwiefern unterscheidet sich der Unterricht von dem an einer Regelschule?
Holtkamp: Die Teilnehmer/innen unserer Lehrgänge haben meist eine höhere Eigenmotivation. Sie lernen für sich und nicht, weil sie noch schulpflichtig sind und es tun müssen. Wir vermitteln ihnen das Wissen, das für die Prüfung erforderlich ist, allerdings setzen wir dabei erwachsenengerechtere Materialien ein. Da unsere Lerngruppen klein sind, können wir individuell auf die Teilnehmenden eingehen. „Hier lernen wir viel besser als in den großen Klassen an der Regelschule“, ist eine häufig Rückmeldung, die uns die Teilnehmenden geben.

Bendig: Was schätzen die Teilnehmer/innen darüber hinaus an den Lehrgängen?
Holtkamp: Jetzt während der Corona-Pandemie haben die Teilnehmenden ausdrücklich den im Januar und Februar täglich durchgeführten Fernunterricht gelobt. „Der Online-Unterricht war gut organisiert. Toll, dass sich alle Lehrkräfte dazu bereit erklärt haben und der Unterricht trotz Präsenzverbot stattfinden konnte“, äußerte ein Teilnehmer. Darüber hinaus wird geschätzt, dass die Kursleitungen niemanden übersehen oder „untergehen“ lassen. Zu diesem Zweck führen wir monatlich mit allen Teilnehmenden Einzelgespräche durch, in denen wir über den aktuellen Lernstand und die Fehlzeiten informieren. „Die Lehrkräfte sind freundlich und qualifiziert. Sie geben sich viel Mühe, uns zur Teilnahme am Unterricht zu motivieren. Wenn man nicht erscheint, fragen sie immer wieder nach den Gründen für die Abwesenheit“, so hat es eine Teilnehmerin zusammengefasst. Aber auch die Unterrichtszeiten, täglich von 09:00 bis 14:00 Uhr, werden positiv bewertet.

Bendig: Wie sehen die Stundenpläne aus, was steht auf dem Lehrplan?
Holtkamp: Mathematik, Deutsch und Englisch sind die Hauptfächer. Biologie, Erdkunde, Physik und Politik/Wirtschaft werden im Nebenfach unterrichtet. Außerdem vermitteln wir Kompetenzen, die im Alltag von Erwachsenen wichtig sind: Inhalte von Ausbildungs- und Mietverträgen, Finanzen, Gehalt/Lohn, Rente und Altersvorsorge, Umgang mit Konflikten und vieles mehr.

Bendig: Wie ist die Erfolgsquote der Absolventen?

Holtkamp: In den vergangenen drei Jahrgängen haben über 80 Prozent den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen.

Ohne einen Haupt- oder Realschulabschluss rücken viele berufliche Ziele in weite Ferne. Keine neue Tatsache, die jedoch durch die Corona-Pandemie noch mehr Gewicht bekommt: Die aktuelle Krise trifft Menschen mit geringer Qualifikation besonders hart. Wer jedoch seinen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachholen will, dem bietet die Kreisvolkshochschule (KVHS) Landkreis Harburg eine neue Chance. Fachbereichsleiterin Susanna Holtkamp stellt im Interview mit Katja Bendig (Pressestelle, Landkreis Harburg) dieses spezielle Bildungsangebot der KVHS vor.

Bendig: Welche Schulabschlüsse kann man an der KVHS nachholen, sind sie staatlich anerkannt?
Holtkamp: Unsere einjährigen Lehrgänge bereiten auf die staatlichen Haupt- oder Realschulprüfungen vor. Diese sogenannten Externenprüfungen führen wir in Zusammenarbeit mit den regionalen Landesämtern für Schule und Bildung durch. Die Abschlüsse sind staatlich anerkannt und entsprechen den Prüfungen der Regelschulen. In den kompakten Lehrgängen lernen alle gemeinsam, aber auf verschiedenen Niveaus: Am Ende legen die einen die Hauptschulprüfung und die anderen die Realschulprüfung ab.

Bendig: Welche formalen Voraussetzungen muss man erfüllen, um teilnehmen zu können?
Holtkamp: Die Schulpflicht muss erfüllt sein. Um die Realschulprüfung ablegen zu können, ist in der Regel ein Hauptschulabschluss Voraussetzung.

Bendig: Was muss man darüber hinaus mitbringen, um den angestrebten Abschluss erlangen zu können?
Holtkamp: Eigeninitiative, Spaß am Lernen in der Gruppe und die Bereitschaft, regelmäßig anwesend zu sein, sind sicherlich die wichtigsten Voraussetzungen. Man muss sich klar dafür entscheiden, den Lehrgang als Haupttätigkeit zu betrachten und ein Jahr zu investieren. Die Erfahrung zeigt, dass Teilnehmer, die von vornherein nur mit halber Kraft dabei sind, große Schwierigkeiten haben durchzuhalten oder die Abschlussprüfung zu bestehen.

Bendig: Die Zahl der Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen, ist im Landkreis Harburg in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Dennoch sind die Schulabschluss-Lehrgänge der KVHS gut besucht. Woher kommen die Teilnehmer?
Holtkamp: Unser Angebot, in nur einem Jahr den Schulabschluss nachzuholen ist in dieser Form im Landkreis Harburg und in Hamburg einzigartig. Daher kommen unsere Teilnehmer/innen sowohl aus dem gesamten Landkreis als auch aus Hamburg und sogar aus Lüneburg. Wir bieten die Lehrgänge an den KVHS-Standorten Maschen und Buchholz an.

Bendig: Wie sind die Lerngruppen zusammengesetzt, wie groß sind sie?
Holtkamp: Aufgrund der Corona-Pandemie achten wir aktuell auf ausreichenden Sicherheitsabstand. Daher können wir maximal zwölf Teilnehmer pro Lehrgang aufnehmen. Unsere Lerngruppen bestehen in der Hauptsache aus jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Jahren. Viele kommen zu uns, nachdem sie ihre Schulpflicht erfüllt haben, darunter auch einige, die in ihrer bisherigen Schullaufbahn Mobbing oder soziale Ausgrenzung erlebt haben. Aber auch über 30- und über 40-Jährige sind dabei, die zum Beispiel vor Jahren einen schlechten Hauptschulabschluss gemacht haben und sich nun beruflich neu orientieren wollen und dafür einen Realschulabschluss benötigen. Unsere Lerngruppen sind heterogen zusammengesetzt, was jedoch aufgrund der geringen Gruppengröße kein Problem, sondern eher eine Bereicherung darstellt.

Bendig: Inwiefern unterscheidet sich der Unterricht von dem an einer Regelschule?
Holtkamp: Die Teilnehmer/innen unserer Lehrgänge haben meist eine höhere Eigenmotivation. Sie lernen für sich und nicht, weil sie noch schulpflichtig sind und es tun müssen. Wir vermitteln ihnen das Wissen, das für die Prüfung erforderlich ist, allerdings setzen wir dabei erwachsenengerechtere Materialien ein. Da unsere Lerngruppen klein sind, können wir individuell auf die Teilnehmenden eingehen. „Hier lernen wir viel besser als in den großen Klassen an der Regelschule“, ist eine häufig Rückmeldung, die uns die Teilnehmenden geben.

Bendig: Was schätzen die Teilnehmer/innen darüber hinaus an den Lehrgängen?
Holtkamp: Jetzt während der Corona-Pandemie haben die Teilnehmenden ausdrücklich den im Januar und Februar täglich durchgeführten Fernunterricht gelobt. „Der Online-Unterricht war gut organisiert. Toll, dass sich alle Lehrkräfte dazu bereit erklärt haben und der Unterricht trotz Präsenzverbot stattfinden konnte“, äußerte ein Teilnehmer. Darüber hinaus wird geschätzt, dass die Kursleitungen niemanden übersehen oder „untergehen“ lassen. Zu diesem Zweck führen wir monatlich mit allen Teilnehmenden Einzelgespräche durch, in denen wir über den aktuellen Lernstand und die Fehlzeiten informieren. „Die Lehrkräfte sind freundlich und qualifiziert. Sie geben sich viel Mühe, uns zur Teilnahme am Unterricht zu motivieren. Wenn man nicht erscheint, fragen sie immer wieder nach den Gründen für die Abwesenheit“, so hat es eine Teilnehmerin zusammengefasst. Aber auch die Unterrichtszeiten, täglich von 09:00 bis 14:00 Uhr, werden positiv bewertet.

Bendig: Wie sehen die Stundenpläne aus, was steht auf dem Lehrplan?
Holtkamp: Mathematik, Deutsch und Englisch sind die Hauptfächer. Biologie, Erdkunde, Physik und Politik/Wirtschaft werden im Nebenfach unterrichtet. Außerdem vermitteln wir Kompetenzen, die im Alltag von Erwachsenen wichtig sind: Inhalte von Ausbildungs- und Mietverträgen, Finanzen, Gehalt/Lohn, Rente und Altersvorsorge, Umgang mit Konflikten und vieles mehr.

Bendig: Wie ist die Erfolgsquote der Absolventen?

Holtkamp: In den vergangenen drei Jahrgängen haben über 80 Prozent den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen.

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